Die Diogenes Firmengeschichte

 

Gegründet wurde das Unternehmen vor 150 Jahren.

Damals gehörte der Fassbinder genauso selbstverständlich zum Stadtbild, wie ein Hufschmied und der Wirt. Alle Flüssigkeiten und sehr viele Lebensmittel wurden in Holzfässern gelagert und transportiert. Anfang des 20. Jahrhunderts benötigte man den Fassbinder für eine weitere, wichtige Tätigkeit - den Leitungsbau. Denn statt der heutigen Kunststoffrohre wurden damals Holzrohrleitungen während des Straßenbaus in den 
Boden verlegt.

Als der Betrieb schon von der nächsten Generation geführt wurde, war man wieder nicht nur auf die Fassbinderei fixiert, sondern man wurde ein wichtiger Partner von Gerbern, die ihre Felle in riesigen Bottichen, sogenannten Scheuertrommeln, wuschen. Diese Scheuertrommeln stellten für die Gerber eine ungeheure Investition dar, weshalb die Wartung gewissenhaft erfolgen musste - eben vom Fassbinder.

In den 70er-Jahren begannen die großen Brauereien des Landes vom Holz- auf das Nirofass umzustellen und die Weinbauern ihren Wein in großen Kunststoffcontainern zu lagern. So verschwanden viele Fassbindereien aus den Städten.

Auch die Fa. DIOGENES musste sich umstellen - statt Holzfässer wurden Kunststofffässer gehandelt. Um ein zweites wirtschaftliches Standbein zu haben, wurden Souvenirartikel erzeugt. Man begann aber schon damals alte, gebrauchte Holzfässer in großen Mengen zu kaufen und sie z.B. zu Blumenkübeln und Regentonnen umzuarbeiten. Diese Artikel werden auch heute noch in großen Stückzahlen gehandelt.

Herr Pramstaller sen. bediente sich des Namens „DIOGENES“ als Firmenname. So hieß der griechische Philosoph, der um 400 v. Chr. in Athen lebte. Seine Wohnung war ein FASS.

Weltberühmt ist jene Anekdote, in der Diogenes auf Alexander den Großen trifft. Alexander ist von der Erscheinung und den geistreichen Antworten des Philosophen so angetan, dass er ihm einen Wunsch erfüllen möchte: Diogenes, der sich gerade sonnte, bittet: „Geh‘ mir aus der Sonne“, worauf Alexander der Große geantwortet haben soll: „Wäre ich nicht Alexander, so möchte ich wohl Diogenes sein!“

Dem antiken Diogenes gleich, baute auch Herr Pramstaller sen. 1986 ein „Haus-Fass“, in dem er zwar nicht wohnte, aber seinen Handwerksbetrieb, das Büro und einen Verkaufsraum untergebracht hat. Das Fass ist weithin sichtbar und ein richtiges Wahrzeichen von Lienz geworden, das jährlich zahlreiche Touristen anlockt.

Aus Souvenirartikeln im herkömmlichen Sinn wurden im Laufe der Jahre schöne Geschenkartikel, vorwiegend Glas oder Holzwaren, und kleine Fässer. Diese werden in der Firma nach Kundenwünschen handbemalt oder beschriftet und nicht nur österreichweit, sondern international bis nach Japan vertrieben.

In der heutigen Firmengeneration erfuhr aber auch das Holzfass eine richtige Verwandlung. Helmut Pramstaller, der nach der Fachschule für Holzverarbeitung auch noch eine Fassbinderlehre absolvierte, entwirft, fertigt und verkauft besondere Möbel, nämlich solche aus Fässern. Das Gestalten mit Holz, und hier vor allem mit dem edlen, alten massiven Eichenholz, wie es beim Fassbau verwendet wird, ist seine Passion. Immer neue Möbelstücke hat Helmut im Laufe der Zeit am Reißbrett entworfen, selbst gefertigt und designt - bis daraus mehrere Linien entstanden. Vom kompletten Schlafzimmer über 
gemütliche Kellerräume, Verkostungsräume, Gaststätteneinrichtungen bis hin zum Gastgarten - Fassmöbel gibt es für alle Bereiche.